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Die Corona-Krise zwingt viele Arbeitgeber zum Umdenken. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, schicken sie ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer betreten damit Neuland. Für die Mitarbeiter des PKV-Verbandes allerdings ist die Arbeit von zuhause bereits vor der Pandemie gelebte Realität gewesen. Wir haben Harald Wild, Head of IT im PKV-Verband, gefragt, wie sich das Homeoffice auf die Arbeit im Verband auswirkt, warum der Verband trotz der aktuellen Lage keinen Krisenstab einberufen musste – und weshalb agiles Arbeiten und Führen besonders in Ausnahmesituationen hilft.  

Worin liegen die Vorteile des Homeoffice? 

Die Flexibilität ist ein großer Vorteil für Arbeitnehmer. Man spart sich die Fahrt ins Büro und kann Familie und Beruf besser vereinbaren. Aber es wirkt sich durchaus auch auf die Arbeit positiv aus, wie wir festgestellt haben. 

Das Homeoffice macht die Arbeit also nicht unproduktiver? 

Unsere Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice genauso produktiv wie im Büro. Es gibt Tätigkeiten, für die sich die Ruhe des heimischen Schreibtischs sogar besser eignet. Wir haben zum Beispiel festgestellt, dass die Option „Rückzug“ in manchen Fällen zu effektiverer Arbeit geführt hat. Die Ablenkung kann im Büro durchaus größer sein. 

Warum lehnen einige Arbeitgeber das Homeoffice dann aber immer noch ab? 

Seine Mitarbeiter von zuhause arbeiten zu lassen, erfordert natürlich ein gewisses Maß an Vertrauen. Wenn Führungskräfte das Homeoffice ablehnen, dann vor allem aus Angst die Kontrolle zu verlieren. Es ist daher wichtig, gezielt das Vertrauen gegenüber seinen Mitarbeitern auszubauen. Wir haben unsere Führungskräfte durch die Einführung einer agilen Arbeitskultur darin bestärkt, ihren Mitarbeitern ein hohes Maß an Vertrauen entgegen zu bringen. 

Es sollte heutzutage kein Thema mehr sein, die Sinnhaftigkeit von Homeoffice generell infrage zu stellen. Zumal es für Arbeitgeber immer wichtiger wird, attraktive Arbeitsbedingungen anzubieten. Vor allem jüngeren Menschen sind flexible Arbeitsmöglichkeiten zunehmend wichtig. Sie setzen diese sogar voraus.

Auch beim PKV-Verband arbeiten aufgrund der Corona-Pandemie nun sehr viel mehr Menschen im Homeoffice als gewöhnlich. Wie konnten Sie die Umstellung so schnell und gleichzeitig so reibungslos vollziehen? 

Angesichts der Corona-Pandemie hat sich der Verband schnell entschieden, die Mitarbeiter aufzurufen – soweit möglich – von daheim zu arbeiten. Wir wollen sie und andere Mitmenschen nicht unnötigen Risiken aussetzen. Aktuell ist ein Großteil der Mitarbeiter im Verband und den Tochterunternehmen im Homeoffice. Gleichzeitig war es wichtig, dass sie vollständig arbeitsfähig bleiben. Ich denke, dass uns gerade die gute Vorbereitung dabei geholfen hat, dies auch zu verwirklichen. Wir haben die Weichen schon vor der Corona-Krise auf digitales Arbeiten gestellt. Da wir die notwendigen Tools und Strukturen bereits eingeführt haben, fällt es dem Verband nun leichter auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren. Wir mussten also trotz Corona keinen Krisenstab einberufen. 

Der Verband befindet sich in einer agilen Transition. Inwieweit hilft agile Arbeit in der gegenwärtigen Situation? 

Wenn von heute auf morgen alle Kollegen angehalten sind, von anderen Orten aus zu arbeiten, beeinflusst das natürlich die Zusammenarbeit. Softwarelösungen können dabei helfen, die Teamarbeit zu unterstützen. Das ist aber nicht alles. Es kommt auch darauf an, dass Kollegen eigenverantwortlich Entscheidungen fällen können. 

Hier setzen die Prinzipien von agiler Arbeit an, wo wir auch wieder beim Thema Vertrauen wären. Führungskräfte müssen in solchen Situationen ihren Mitarbeitern Vertrauen schenken, damit diese die richtigen Entscheidungen eigenverantwortlich treffen können. Und wir merken, dass sie das können. Da wir bereits seit fast zwei Jahren agile Arbeitsweisen praktizieren, sind gewisse Vorgänge bereits eingeübt. Teams und Mitarbeiter lösen selbstständig Probleme, ohne überbordende hierarchische Kontrolle durch Führungskräfte. Im Mittelpunkt steht die erfolgreiche Problemlösung und nicht ausführlichste Dokumentation. Diese Herangehensweise zahlt sich besonders dann aus, wenn alle an einem anderen Ort arbeiten. 

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